Restat iter caeli: caelo tentabimus ire

7.10.08

Marathon in der Gesellschaft

Die Veranstalter des am 26.10. stattfindenden Frankfurt Marathons haben eine Erhebung über das Einkommen und die Ausbildung der Teilnehmer durchgeführt. Das interessante Ergebnis ist, dass die Bestzeiten von Topverdienern signifikant über denen von Geringverdienern liegen. Weiterhin liegt der Anteil von Arbeitslosen bei nur 0,7%, der der Hauptschüler bei 14,7% und der der Führungskräfte bei über 35% sowie der der Akademiker bei 46,8%.
Das sind die Zahlen.
Wie lautet die Folgerung aus diesen Daten? Macht Marathon erfolgreich? Öffnet er das Tor zu Bildung? Ist er die Eintritskarte in die Oberschicht? Ich denke nicht. Mit einem guten Maß an Willen zur populistischen Demagogie liesse sich eine interessante Gedankenkette konstruieren. An deren Ende stünden die Fragen, ob es dem Mitglied der Unterschicht an der Disziplin fehle, das anstrengende Training durchzustehen, am Ehrgeiz sich herausfordernde Ziele zu setzen und über sich hinaus zu gehen oder an der Willenskraft ein so kräftezehrendes Rennen durchzustehen und Bestleistungen zu erbringen. Hieraus liesse sich dann möglicherweise korrekt schlußfolgern, dass die Verantwortung für zahlreiche prekäre Lebensumstände durchaus in der Eigenverantwortung jedes Menschen lägen.
Möglicherweise.

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