Jan Becker im Admiralspalast
Auf den gestrigen Abend freute ich mich schon seit Wochen. Liebe Freunde schenkten mir zu meinem 40. Geburtstag zwei Karten für die Premiere Jan Beckers neuer Show "Arcanum" im Admiralspalast. Allein dieser Satz enthält alles, was ich für eine maßlose Vorfreude brauche. Es stand mir ein Abend in meiner bevorzugten Location bevor, in welcher ich mich in Gesellschaft der besten Ehefrau von allen von der Darbietung eines meiner Vorbilder in Sachen Mentalmagie unterhalten und inspirieren lassen würde. Ich kenne und schätze Jan Beckers Darbietungen schon sehr lange und hatte auch das Vergnügen, mit ihm in der Viktoriabar bei einem Cocktail ein paar kurze Gedanken über Zauberei auszutauschen. Seine mystische, teilweise morbid-spirituell anmutende, Präsentation ist sicher nicht mein persönlicher Stil aber bisher ein Quell wertvoller Inspiration für die Gestaltung meiner eigenen Präsentation der Mentalmagie gewesen.
Somit begab ich mich also an der Seite der besten Ehefrau von allen voll gespannter Erwartung nach Berlin Mitte. Meine kindliche Vorfreude konnte auch nicht durch das rüpelhafte Benehmen anderer Zuschauer getrübt werden. Selbige schienen die Tatsache der "freien Platzwahl" mit ihrem ersten Sommerschlussverkauf nach der Wende zu verwechseln. Doch dies nur am Rande.
Dann begann die Darbietung mit unfreiwilliger Komik. Jan Becker betrat die Bühne in einem dreiteiligen Anzug, welcher bestimmt zwei Nummern zu klein war. Das mag eine Kleinigkeit sein, doch ein Mann, dessen Bauch sich zwei handbreit zwischen Weste und Hosenbund dem Publikum entgegenstreckt, schafft damit sicher einen ungewollt-speziellen Eindruck. Doch nun zu seiner Show. Ich bedauere sehr, dass ich die negative Meinung vieler anderer Gäste teile. Jan Becker überließ den Ablauf des Programms dem Zufall. Die Auswahl und Reihenfolge der Kunststücke, die er liebevoll "Rituale" nannte, wurde mehrfach durch das Los bestimmt. Ganz davon abgesehen, dass die jeweiligen "Losziehungen" unnötig viel Zeit in Anspruch nahmen, führte dieses Wirrwar zu einem Ablauf, der jeden roten Faden, jeden Spannungsbogen und jede Kontinuität vermissen lies. Es war, als würde man aus einem meisterhaft spannenden Kriminalroman nur einzelne Kapitel in wirrer Reihenfolge lesen. Leider waren auch die einzelnen Darbietungen wenig meisterhaft und deutlich entfernt von der Qualität, die Jan Becker leisten kann. Teilweise war kein Effekt zu erkennen, keine Pointe, kein Abschluss. So fragte mich gelegentlich mein Sitznachbar, ob das Kunststück schon vorbei sei. Er hätte es nicht verstanden. Ich leider auch nicht.
Leider - doch das ist mein persönlicher Geschmack - konzentriert er sich in "Arcanum" auch mehr auf die Zuschauermanipulation und nicht auf seine ausgeprägten Fähigkeiten als Gedankenleser. In epischer Länge lässt er Zuschauer, mit dem Habitus eines Jahrmarkthypnotiseurs, schlafend auf der Bühne zusammensacken, ohne dabei glaubwürdig zu wirken. Im weiteren Verlauf wandert er auf dem dünnen Grat der Kontaktaufnahme mit verstorbenen Familienmitgliedern der Zuschauer. Dass dies ein sensibles Thema ist, zeigte sich an dem (gestellten?) Auftauchen eines verwirrten Mannes, der weinend auf die Bühne drängte und zusammenhangslos über den Einfluss einer Erfahrung mit Jan Becker stammelte.
Ich bedauere sehr, dass ich nur sagen kann, dass sich mir der Eindruck eines lieblosen und nachlässig geplanten Abends aufdrängte, der weder meiner Vorfreude noch der Leistungsfähigkeit des Künstlers gerecht wurde.
Somit begab ich mich also an der Seite der besten Ehefrau von allen voll gespannter Erwartung nach Berlin Mitte. Meine kindliche Vorfreude konnte auch nicht durch das rüpelhafte Benehmen anderer Zuschauer getrübt werden. Selbige schienen die Tatsache der "freien Platzwahl" mit ihrem ersten Sommerschlussverkauf nach der Wende zu verwechseln. Doch dies nur am Rande.
Dann begann die Darbietung mit unfreiwilliger Komik. Jan Becker betrat die Bühne in einem dreiteiligen Anzug, welcher bestimmt zwei Nummern zu klein war. Das mag eine Kleinigkeit sein, doch ein Mann, dessen Bauch sich zwei handbreit zwischen Weste und Hosenbund dem Publikum entgegenstreckt, schafft damit sicher einen ungewollt-speziellen Eindruck. Doch nun zu seiner Show. Ich bedauere sehr, dass ich die negative Meinung vieler anderer Gäste teile. Jan Becker überließ den Ablauf des Programms dem Zufall. Die Auswahl und Reihenfolge der Kunststücke, die er liebevoll "Rituale" nannte, wurde mehrfach durch das Los bestimmt. Ganz davon abgesehen, dass die jeweiligen "Losziehungen" unnötig viel Zeit in Anspruch nahmen, führte dieses Wirrwar zu einem Ablauf, der jeden roten Faden, jeden Spannungsbogen und jede Kontinuität vermissen lies. Es war, als würde man aus einem meisterhaft spannenden Kriminalroman nur einzelne Kapitel in wirrer Reihenfolge lesen. Leider waren auch die einzelnen Darbietungen wenig meisterhaft und deutlich entfernt von der Qualität, die Jan Becker leisten kann. Teilweise war kein Effekt zu erkennen, keine Pointe, kein Abschluss. So fragte mich gelegentlich mein Sitznachbar, ob das Kunststück schon vorbei sei. Er hätte es nicht verstanden. Ich leider auch nicht.
Leider - doch das ist mein persönlicher Geschmack - konzentriert er sich in "Arcanum" auch mehr auf die Zuschauermanipulation und nicht auf seine ausgeprägten Fähigkeiten als Gedankenleser. In epischer Länge lässt er Zuschauer, mit dem Habitus eines Jahrmarkthypnotiseurs, schlafend auf der Bühne zusammensacken, ohne dabei glaubwürdig zu wirken. Im weiteren Verlauf wandert er auf dem dünnen Grat der Kontaktaufnahme mit verstorbenen Familienmitgliedern der Zuschauer. Dass dies ein sensibles Thema ist, zeigte sich an dem (gestellten?) Auftauchen eines verwirrten Mannes, der weinend auf die Bühne drängte und zusammenhangslos über den Einfluss einer Erfahrung mit Jan Becker stammelte.
Ich bedauere sehr, dass ich nur sagen kann, dass sich mir der Eindruck eines lieblosen und nachlässig geplanten Abends aufdrängte, der weder meiner Vorfreude noch der Leistungsfähigkeit des Künstlers gerecht wurde.
Schade.

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