Restat iter caeli: caelo tentabimus ire

31.5.07

Total Quality Management in China

Habt Ihr die Geschichte über den ehemaligen Chef der chinesischen Gesundheitsbehörde gehört der zum Tode verurteilt wurde? Er hat sich von Pharmafirmen mit "massiv big money" bestechen lassen und als Gegenleistung ungetestete Medikamente zum Vertrieb zugelassen, wodurch dann einige Patienten umgekommen sind.

Das ist doch mal ein Land das TQM ernst nimmt!

http://www.focus.de/politik/schlagzeilen?day=20070529&did=394235

Für mich sieht es so aus, als sei der Hauptgrund für die schwere Strafe darin zu sehen, dass ein solches Verhalten schlecht für das Geschäft ist. Wahrscheinlich wollten die Chinesen nicht, dass sie den Ruf bekämen, ein Land zu sein, in dem niedrige Qualitätsstandards herrschen. Der Ruf, dass man eher korrupte politische Gauner umbringt erschien den Machthabenden wohl positiver.

Ich glaube, sie hatten Recht.

Meine spontane Reaktion auf die Nachricht war: "Warum können wir es nicht wie die Chinesen machen?"

Im Allgemeinen bin ich ja gegen die Todesstrafe, weil man ja nie 100% sicher sein kann, dass man nicht den Falschen verurteilt und ich auch wirklich nicht an die abschreckende Wirkung der Todesstrafe glaube. Ich wäre jedoch bereit eine Ausnahme zu machen, wenn es um korrupte Politiker geht. Solch ein Verhalten erschüttert das Vertrauen in die Integrität des Systems. Der Nutzen läge in dem Signal, dass die Todesstrafe hier an die Bürger senden würde. Es wäre ganz klar, was toleriert wird und was nicht. Die Todesstrafe lässt da wirklich keine Zweifel mehr aufkommen. Wenn ich ein Chinese wäre, dann hätte ich jetzt wahrscheinlich deutlich mehr Vertrauen in die Qualität der verfügbaren Medikamente.

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