Restat iter caeli: caelo tentabimus ire

4.1.07

Toilettenautomation

Ich erinnere mich noch daran, wie aufgeregt ich war, als ich zum ersten Mal in einer öffentlichen Toilette einen Wasserhahn mit Bewegungssensor sah. Es war wie Zauberei. Ich schwenkte meine Hand vor dem Sensor und ein Schwall Wasser ergoss sich über selbige. Es war als stünde ich vor einem dieser Nahrungsreplikatoren des Raumschiffes Enterprise - natürlich nur die Version 1.0 die nur banales Wasser erzeugen konnte.
Irgendwann gab es dann auch entsprechende Seifenspender. Das war dann aus zwei Gründen weniger aufregend: 1. waren sie nur eine Kopie des Wasserhahns und 2. fühlt es sich so an als würde ein Vogel auf meine Hand kacken.

Inzwischen haben sich auch Papierhandtuchspender dem technischen Fortschritt angeschlossen. Aktiviere den Sensor und ein Papierhandtuch erscheint. Die Größe dieses Papiers ist sicherlich das Resultat langjähriger wissenschaftlicher Forschungsarbeit. Es ist immer zu klein, als dass man sich damit tatsächlich die Hände abtrocknen könnte aber groß genug, so dass man nicht den Apparat von der Wand reißt, ihn auf dem Boden zerschmettert und ein großes Bündel Tücher aus seinen zuckenden Innereien zerrt. Aber die Versuchung ist groß.

Ich finde diese Bewegungsmelder toll, obwohl ich mir in Ihrer Gegenwart immer vorkomme wie Bruce Willis in "Sixth Sense": ich werde nicht wahrgenommen. Ich muss in der Regel meine Hand unter zwei oder drei Wasserhähnen schwenken, bis ich bemerkt werde. Auch muss ich mehrere Seifenspender konsultieren, bis einer mich wahrnimmt und seinen Dienst verrichtet. Wenn ich dann noch sehe, dass der Handtuchspender auch einen Bewegungsmelder hat, dann weiß ich, dass es ein langer Tag wird.

Voller Ungeduld erwarte ich nun die nächste Innovation im Bereich der automatisierten Toiletten. Ich bin der festen Überzeugung, dass irgendwo auf der Welt bereits ein Ingenieur an der Überwindung der letzten Schwelle zum vollautomatischen Klo arbeitet: Ein Roboterarm, der meinen Reißverschluss öffnet, mein "bestes Stück" greift und dann das Halten, Schütteln und Verpacken übernimmt. Ich bin viel zu beschäftigt, all das selber zu tun.

Der Autopullerer (Das Gerät braucht ja schließlich einen Namen) wäre aber nicht ganz unproblematisch, sind doch nicht alle Männer gleich gebaut. Es müsste also herausfinden können, was ihn hinter deinem Reißverschluss erwartet um dich nicht versehentlich zu kastrieren. Ich denke, dass man dem am besten mit einem Sprachinterface begegnet, das dich nach deinem Auto fragt. Ist es ein Maserati, dann könnte es sein, dass du damit etwas kompensierst. Bei einem Twingo könnte das Gerät gleich den Anakonda Modus aktivieren..

Auch die Schüttelstärke sollte einstellbar sein, vielleicht von kurzem "auf-ab-schwenk" bis zu "Happy End"

Viel Spaß dabei, dass Bild aus eurem Kopf zu bekommen

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