Restat iter caeli: caelo tentabimus ire

29.9.06

Bomben statt Bärchen

Ich habe es mir mal wieder (siehe hier und hier ) angetan. Ich wollte mal einfach so schauen was denn unsere Familienbildreformerinnen von Mamamoto so machen (augenscheinlich nur Frauen). Jetzt schlägt es dreizehn. Selbst mit einem unglaublichen Ausmass an gutem Willen, gelingt es mir nicht, die neue Initiative von Frau Fischer Appelt zu betrachten, ohne an dem Geisteszustand dieser Dame ernsthafteste Zweifel zu hegen.
Auch wenn ich sie nicht verstehen kann, so sind wir in einem Lande, in dem Meinungsfreiheit eines der höchsten Güter ist. Deshalb gestehe ich Ihr natürlich ihr Recht zu, die von allen Kindern geliebten Bärchen aus ihrem eigenem Leben zu verbannen. Allerdings präsentiert sie jetzt einen Vorschlag, der dem Fass den Boden ausschlägt. Als Ersatz für Bärchen oder Blümchen, die ihr in ihrer so dunklen Welt auf Tapeten zuwider sind, offeriert sie uns einen obskuren Gegenvorschlag. Sie möchte liebevolle Eltern dazu bewegen, Kinderzimmerwände mit Bildern zu dekorieren, die anscheinend ihrer mordbiden Gesinnung entsprechen: Bomben, Granaten, Panzerfäuste, Baseballschläger, Pistolen, Kettensägen und als zentralen Punkt einen debilen Affen. Erst verteufelt Sie den Bären als Kuscheltier und nun will sie Gewalt und Krieg in die Seelen der unschuldigen Kinder pflanzen. Es wird Zeit, dieser Dame Einhalt zu gebieten. Frau Herrmann, könnten Sie das bitte übernehmen?

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27.9.06

Diese Engländer

Es gibt also eine neue repräsentative Studie, durchgeführt in England (das ist das Land auf der anderen Seite vom Aermelkanal, da wo die da so auf der falschen Seite fahren und warmes Bier trinken). Es wurde der Engländer (und die Engländerin) gefragt: "Was würdet ihr aufgeben, um ein paar Jahre länger zu leben". Die Antworten sind überraschend (wenn man England nicht kennt): 70% würden Sex aufgeben, 84% ungesundes Essen, 82% Alkohol. Weniger Engländer würde dafür aber auch auf Geld verzichten.
Allerdings sagten auch 48%, dass sie nicht wüssten, worin der individuelle Vorteil einer Verlängerung des Lebens liegen würde
Nee, ist klar! Wenn man den ganzen Spass aufgibt, wieso dann noch alt werden? Vielleicht sollte man den Engländern mal die schönen Mädchen (und Jungens) vom Kontinent, das Essen der Franzosen und den Wein der Italiener nahebringen. Ich könnte mir vorstellen, dass dies Ihre Meinung grundlegend ändert. Dann könnte aus dem Wunsch nach Quantität, vielleicht ein Verlangen nach Qualität werden. Darum einfach die Gegenfrage: auf wieviele Jahre würdet Ihr verzichten, wenn ihr dafür ein Leben das alle eure Wünsche erfüllt, führen könntet?

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21.9.06

Ein Missverständnis?

Werner hat gesagt:
Mir würde das Geld wie glühendes Eisen in der Hand brennen, wenn ich den treuen Gehülfen nicht den erwarteten Anteil gäbe. [...] Es wäre auch nicht klug von uns, sie leer ausgehen zu lassen im Augenblicke großer neuer Unternehmungen.

Ich frag mich nur: wieso glaubt Klaus, dass er damit gemeint ist?
(Danke an SK für das Zitat)

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20.9.06

Sprich mit meiner Hose

Eines muss ich vorausschicken: auch wenn ich momentan in Luxemburg bin und in Aachen geboren wurde, so fühle ich mich doch in meinem innersten als Berliner, als Preusse. Daher mag es also kommen, wenn sich mir die Sinnhaftigkeit so mancher Dinge, die Ihren fragwürdigen Ursprung südlich des Weisswurstäquators haben, nicht wirklich erschliesst. Seit letzter Woche läuft also in München wieder das Oktoberfest, (Mit dem Namen fängt es ja schon an, als ich das letzte Mal auf den Kalender schaute, da war es noch September.) dieses Zentrum unverständlicher Verhaltensweisen. Ja es ist der Nukleus des menschlichen Daseins, hier kann der Bajoware wieder seinen wesentlichen und innersten Bedürfnissen folgen. Manchem Beobachter mag das Gesichtete durchaus fremdartig vorkommen. Was mag man denn auch denken, wenn eine Dame ob einer Bewegung in Ihrem Beinkleid erschauert, sie sodann an ihrer Hose nestelt, den Kopf ein wenig in Richtung ihres Dekolletees beugt und beginnt Worte, die man im Lärm der feiernden Massen nicht zu verstehen vermag, vor sich hin zu murmeln. Bevor der geneigte Leser nun beginnt zu spekulieren: Die Dame war wohl bei Lodenfrey einkaufen und hat sich dort anscheinend die ersten Geek-Lederhosen besorgt, um damit ihren traditionsbewussten Hightechstatus zu demonstrieren. Die auf dem Bild dargestellte Lederhose besticht nicht nur durch die in ihr steckende Dame, nein, sie überzeugt durch einen eingebauten mp3 Player mit textilen Tasten am Oberschenkel und Bluetoothfunktion, um die Musik an die drahtlosen Kopfhörer zu senden. Weiterhin befindet sich ein Mikrofon am Hosenträger, das, gemeinsam mit dem Kopfhörer ,als Freisprecheinrichtung für das in der Hose verborgene Handy fungiert. Nach Aussage des Herstellers soll die Elektronik der Hose auch resistent gegen Feuchtigkeit sein, was natürlich im Bierzelt, nach der fünften Mass, recht wichtig sein könnte. Sei es von innen oder von aussen.

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19.9.06

Man muss nicht lesen können

Ich lese zu gerne Geschichten über Analphabeten, die es schaffen, ihre Umwelt so gut zu täuschen, dass es ihnen sogar gelungen ist, erfolgreiche Geschäftsleute zu werden. Hierfür benötigt man sicherlich ein grosses Mass an schauspielerischen Fähigkeiten und unerschöpfliche Kreativität. Das allerbeste in diesem Täuschungsprozess ist jedoch die Tatsache, dass man dadurch vielleicht zum besten Chef aller Zeiten werden kann:
Ach was, ich muss den Vertrag nicht lesen, ich vertraue Dir!
Nun, wenn Sie meinen, dass dies ein gutes Angebot ist, dann werde ich wohl kaum ihr Urteilsvermögen in Frage stellen.
Ich hab mir Ihre Analyse angesehen und ich habe nichts gefunden, was man ändern sollte.
Schicken sie mir doch keine Email. Ich habe hier ein "Prinzip-der-offenen-Tür". Kommen sie einfach rein und wir besprechen alles persönlich.

Um nicht aufzufallen muss man manchmal seinen Untergebenen nachgeordneten Mitarbeitern vielleicht doch auf die Zehen treten und nach dem Zufallsprinzip Aenderungen vorschlagen, ohne zu sehr ins Detail zu gehen.
Könnten sie vielleicht den zweiten Teil des Dokumentes nochmal überarbeiten und es etwas klarer formulieren. Ich habe nicht wirklich die Kernpunkte gefunden.

Vielleicht habt ihr auch noch die eine oder andere Idee, wie Chefs uns über ihr Analphabetentum hinwegtäuschen könnten. Wenn ihr sie in den Kommentaren hinterlasst, werde ich so tun, als könnte ich sie lesen

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15.9.06

Welch ein Wein, welch ein Omen


Tja, ich weiss nicht wirklich ob es Glück bringt, doch mit diesem Wein habe ich mit Andrea und Claude gestern angestossen. Ich hoffe mal nicht, dass das irgendwas zu bedeuten hat.

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13.9.06

Bene Fanclub


Wer meine WM Fotos gesehen hat, dem wird klar, dass ich ein grosser Freund davon bin, die Verbundenheit mit der eigenen Mannschaft deutlich und offen zu zeigen. Wimpel, Fahnen Schminke gehört als Fan eben dazu. Doch das hier? Ich weiss nicht. Ich hab das Gefühl, dass das zu weit geht. Das wäre ein Trend die römisch-katholische Kirche in Benedict Fanclub umzubenennen. (Gibt es dann auch irgendwann so eine Art VIP-Mitgliedschaft? )
Nur um nicht zu vergessen: goldene Kälber sollte man verbrennen. Ach ja, und ich frage mich, ob die Fahne ein offizielles Lizenzprodukt ist, ob die römisch kahtholische Kirche also selbst diese Einnahmequelle nutzt und direkt Gott vermarktet. Interessant wird es doch wenn der Herr Blatter sein Know how zur Verfügung stellt. Dürfen dann nur noch offiziell lizensierte Kreuze und Heiligenbilder hergestellt werden? Naja, ich will gar nicht darüber nachdenken welche Potentiale es da gibt.

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11.9.06

Stilblüten am Flughafen

Heute scheint am Flughafen Tegel irgendetwas in der Luft gelegen zu haben. Vielleicht hatte man zur allgemeinen Stimmungsverbesserung auch ein wenig von den guten hochprozentigen Tropfen in das Trinkwasser gemischt. So konnte ich heute also zwei interessante Stilblüten miterleben.
Es geschah zum einen am Serviceschalter der Lufthansa. Ein recht derangierter Herr mittleren Alters bat die freundliche Damie in blau-orangenem Kostüm um die Auskunft, ob seine Ehefrau an Bord der Maschine aus Frankfurt gewesen sei. Er war aufgeregt, da er sie erwartet, sie jedoch nicht angetroffen hätte. Freundlich, jedoch bestimmt und mit Hinweis auf die Datenschutzrichtlinien verweigerte die sympathische Dame jedoch die Auskunft. Enttäuscht und mit traurigem Blick erwiderte Ihr Gesprächspartner:

Aber sie gehört mir doch!

Damit waren die Besitzverhältnisse also geklärt. Vielleicht war ihr Name Mai Ling?

20 Minuten später. Es bildet sich eine Schlange beim Einsteigen am Gate 19e. Eine verwirrte Dame, offensichtlich unsicher ob sie in der richtigen Schlange steht, wendet sich mit leicht panischem Blick an mich mit den Worten:
Können Sie mir sagen, wohin dieser Zug fährt?

Ein Schmunzeln nicht verkneifen könnend, erwidere ich: "Nun, ich hoffe, dass er fliegt". Dies brachte mir einen durchbohrend bitterbösen Blick ein, der einen weniger standhaften Zeitgenossen bis ins Mark getroffen hätte. Mit eiskalt zischender Stimme kam die Rückfrage.

Das ist mir klar! Wohin fliegt der Zug nun?

"Luxemburg" sagen und sich mit dem breitesten Grinsen des Tages abwenden - mehr konnte ich da auch nicht mehr tun. Der Schaffner wollte ja am Bahnsteig meine Fahrkarte sehen.

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Ist mir auch fast passiert

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10.9.06

Einer von diesen Momenten...


... an denen ich am liebsten aus dem Boot gesprungen wäre, um mit ihm und mit seinen rund vierzig Verwandten, die das Boot umkreisten, zu schwimmen, zu spielen, zu tauchen.
Urlaub ist aber vorbei... hilft nix, morgen geht der Flieger wieder nach Luxemburg.

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8.9.06

Schatz

Donnerstag 12:30, in der Schlange vor dem kostenlosen Popcorn bei der Eröffnung von C&A am Alex. Ein kleines Mädchen schaut mit vertäumten Augen in die Gegend. Schritt für Schrit bewegt sich derweil die Menschenschlange - und mit ihr die Mutter des Kindes - Stück für Stück weiter, dem duftenden Popcorn entgegen. Mit dem liebevollen Ernst, der nur aus dem Munde einer schlangestehenden Mutter kommen kann, fordert sie das Kind auf:
Komm, Schatz, weiter geht's.
Das Mädchen, aus dem Tagtraum gerissen, erwidert noch ein wenig verträumt und doch mit treffender Logik:
Ich bin kein Schatz, sonst mußt du mich ja suchen!

6.9.06

Eine Aera ist beendet

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"Prussianblue" - eine Schattierung von Braun?


prussianblue
Originally uploaded by Dirk Brauers.

Es scheint in den USA ein interessantes genetisches Experiment gegeben zuhaben. Anscheinend ist es gelungen die Olsen Twins mit J. Goebbels zu kreuzen. Seit ihrem neunten Lebensjahr verbreiten die beiden Mädchen "ihre" Message auf Alben in den USA.

"We're proud of being white, we want to keep being white," "We want our people
to stay white … we don't want to just be, you know, a big muddle. We just want
to preserve our race."

Daher dann also auch die Namensgebung.
Preussischblau ist natürlich eine schöne, tiefe und an sich völlig unschuldige Farbe. Ausser man setzt sie in den Kontext der verblendeten verbalen Ausschweifungen der kleinen, blonden zuckersüssen Mädchen und ihrer Familie, die auf Ihrer Ranch tatsächlich das Hakenkreuz als Brandzeichen für Ihre Rinder haben. Wieso also Preussischblau? Der veurteilte Revisionist Germar Rudolf veröffentlichte 1992 das leicht widerlegbare "Rudolf-Gutachten", nach dem sich durch die „angeblich“ massive Einwirkung von Zyklon B in den Auschwitz-Gaskammern viel mehr Preussischblau in den Wänden hätte bilden müssen, als nachzuweisen war. Subtil. Zu subtil für die Zielgruppe oder versteckte Nachricht?

Leider sind die Alben der beiden jetzt auch in Deutschland erhältlich.
Dies ist mal wieder ein Beweis dafür, dass Meinungs- und Redefreiheit nur dann Instrumente sind, die gewährt werden dürften, wenn das Volk ein rudimentäres Mindestmaß an Bildung besitzt. Bedauerlicherweise, ist dies auch der Beleg dafür, dass anscheinend dieses Mindestmaß in den USA nicht flächendeckend vorhanden ist.


Das macht mir Angst.

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5.9.06

An der Kasse

Nach dem Kassieren fragt die unansehnliche, ungepflegte und viel zu langsame Dame mich etwas auf luxemburgisch. Ich blicke sie fragend an. Auf deutsch wiederholt sie mit französischem Akzent "sammeln sie 'erzen?" Wie bei Kaisers in Berlin. Trotzdem, irgendwie eine schlechte Frage.

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1.9.06

Lux

ist schon ein schräges Völkchen hier in Luxembourg. Scheinen alles Langschläfer oder Studenten zu sein. Egal zu welcher Uhrzeit, man jemandem begegnet, die Begrüssung ist immer "Moien". Selbst wenn man abends endlich, das in kleinen verwinkelten Gässchen versteckte Restaurant gefunden hat, die Sonne ist schon untergegangen - egal: "Moien"
A propos Restaurant: Essen kann man hier grossartig, allerdings sind die Französischkenntnisse gefragt... oder man ist mutig und versucht es einfach mit "Onglet de boeuf à l'échalote et au pinot noir" und googelt dann am nächsten Tag, was man da eigentlich gegessen hat.