Restat iter caeli: caelo tentabimus ire

11.9.06

Stilblüten am Flughafen

Heute scheint am Flughafen Tegel irgendetwas in der Luft gelegen zu haben. Vielleicht hatte man zur allgemeinen Stimmungsverbesserung auch ein wenig von den guten hochprozentigen Tropfen in das Trinkwasser gemischt. So konnte ich heute also zwei interessante Stilblüten miterleben.
Es geschah zum einen am Serviceschalter der Lufthansa. Ein recht derangierter Herr mittleren Alters bat die freundliche Damie in blau-orangenem Kostüm um die Auskunft, ob seine Ehefrau an Bord der Maschine aus Frankfurt gewesen sei. Er war aufgeregt, da er sie erwartet, sie jedoch nicht angetroffen hätte. Freundlich, jedoch bestimmt und mit Hinweis auf die Datenschutzrichtlinien verweigerte die sympathische Dame jedoch die Auskunft. Enttäuscht und mit traurigem Blick erwiderte Ihr Gesprächspartner:

Aber sie gehört mir doch!

Damit waren die Besitzverhältnisse also geklärt. Vielleicht war ihr Name Mai Ling?

20 Minuten später. Es bildet sich eine Schlange beim Einsteigen am Gate 19e. Eine verwirrte Dame, offensichtlich unsicher ob sie in der richtigen Schlange steht, wendet sich mit leicht panischem Blick an mich mit den Worten:
Können Sie mir sagen, wohin dieser Zug fährt?

Ein Schmunzeln nicht verkneifen könnend, erwidere ich: "Nun, ich hoffe, dass er fliegt". Dies brachte mir einen durchbohrend bitterbösen Blick ein, der einen weniger standhaften Zeitgenossen bis ins Mark getroffen hätte. Mit eiskalt zischender Stimme kam die Rückfrage.

Das ist mir klar! Wohin fliegt der Zug nun?

"Luxemburg" sagen und sich mit dem breitesten Grinsen des Tages abwenden - mehr konnte ich da auch nicht mehr tun. Der Schaffner wollte ja am Bahnsteig meine Fahrkarte sehen.

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