Sprich mit meiner Hose
Eines muss ich vorausschicken: auch wenn ich momentan in Luxemburg bin und in Aachen geboren wurde, so fühle ich mich doch in meinem innersten als Berliner, als Preusse. Daher mag es also kommen, wenn sich mir die Sinnhaftigkeit so mancher Dinge, die Ihren fragwürdigen Ursprung südlich des Weisswurstäquators haben, nicht wirklich erschliesst. Seit letzter Woche läuft also in München wieder das Oktoberfest, (Mit dem Namen fängt es ja schon an, als ich das letzte Mal auf den Kalender schaute, da war es noch September.) dieses Zentrum unverständlicher Verhaltensweisen. Ja es ist der Nukleus des menschlichen Daseins, hier kann der Bajoware wieder seinen wesentlichen und innersten Bedürfnissen folgen. Manchem Beobachter mag das Gesichtete durchaus fremdartig vorkommen. Was mag man denn auch denken, wenn eine Dame ob einer Bewegung in Ihrem Beinkleid erschauert, sie sodann an ihrer Hose nestelt, den Kopf ein wenig in Richtung ihres Dekolletees beugt und beginnt Worte, die man im Lärm der feiernden Massen nicht zu verstehen vermag, vor sich hin zu murmeln. Bevor der geneigte Leser nun beginnt zu spekulieren: Die Dame war wohl bei Lodenfrey einkaufen und hat sich dort anscheinend die ersten Geek-Lederhosen besorgt, um damit ihren traditionsbewussten Hightechstatus zu demonstrieren. Die auf dem Bild dargestellte Lederhose besticht nicht nur durch die in ihr steckende Dame, nein, sie überzeugt durch einen eingebauten mp3 Player mit textilen Tasten am Oberschenkel und Bluetoothfunktion, um die Musik an die drahtlosen Kopfhörer zu senden. Weiterhin befindet sich ein Mikrofon am Hosenträger, das, gemeinsam mit dem Kopfhörer ,als Freisprecheinrichtung für das in der Hose verborgene Handy fungiert. Nach Aussage des Herstellers soll die Elektronik der Hose auch resistent gegen Feuchtigkeit sein, was natürlich im Bierzelt, nach der fünften Mass, recht wichtig sein könnte. Sei es von innen oder von aussen.Labels: must have

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